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IMITATION

 

 

2013, Rauminstallation

1000 x 525 cm Acryl, Baumwolle, Spanplatten / Video PAL 52:00

 

Diplom / Universität für angewandte Kunst Wien

 
1/12

 

 

Die visuelle Struktur des Bodens eines Raumes der Abteilung Malerei an der Universität für angewandte Kunst dient als Ausgangspunkt und Vorlage einer malerischen Intervention und Imitation. Über den originalen Linoleumboden wird eine mit Baumwolle bespannte Sperrholzfläche gelegt. Auf diese wird die darunter verborgene Oberfläche als „Illusionsmalerei“ mit Hilfe der in der Theatermalerei typischen Techniken gemalt. Die Bewegungen des Künstlers die er während des Malens des neuen Bodens vollzieht dienen als Ausgangspunkt für ein Video. In diesem wird gezeigt wie der Künstler diese Bewegungen in einem neutralen Raum nochmals nachvollzieht. Abgesehen von dem mit Hilfe von Malerei „verdoppelten“ Boden ist in dem ansonsten weißen Raum die Projektion des fertigen Videos und auf einem Fenstersims ein ausgedruckter Text zu sehen. 
Die quasi „getanzten“ Bewegungsabläufe dieser spezifischen künstlerischen Arbeitspraxis werden zu  einem Kontrapunkt der reduzierten „Mimesis“ der  illusionistischen Abbildung des Bodens. Der scheinbar feste Grund der Malerei  übersetzt  sich in eine Kinetik die von den Vorgängen ihrer Produktion strukturiert wird. Das Video kann auch als Kommentar zum geschaffenen Bild gelesen werden. Der Tanz ist möglicherweise eine adäquatere Reaktion auf Bildlichkeit als das gesprochene oder geschriebene Wort.

Diese Installation ist aber auch eine Reflexion über die berufliche Praxis des Künstlers der tatsächlich seit längerer Zeit als Theatermaler tätig ist. Der Widerspruch zwischen der instrumentalisierten Anwendung malerischer Techniken in der alltäglichen Praxis einer Theaterwerkstatt und der zweckfreien Ausübung bildnerischen Gestaltens werden in dieser Intervention sichtbar.
Der in dem Raum befindliche Text repräsentiert ein Arbeitsprotokoll das die Tätigkeiten des Künstlers die er in seiner Praxis als Theatermaler ausführte auflistet. Der dafür gewählte Zeitraum beginnt mit dem Tag nach der Einreichung für die Diplombroschüre der Universität (Tag 1; 3. Dezember 2012) und endet mit dem letzten Tag vor Ende der Einreichungsfrist für den schriftlichen Teil des künstlerischen Diploms (Tag 20; 09. Jänner 2013).

 


Boris Manner